Lancelot DE

Passiver 3-Wege-Lautsprecher Elixir Loudspeakers – Lancelot

 

Die Sage geht weiter ...

  

„Lancelot – einer der Ritter der Tafelrunde aus der Artussage besitzt den Atem der Unausweichlichkeit des Schicksals“ – so ein bekanntes Zitat aus der Literatur... Bahnt sich nun mit dem Erscheinen des gleichnamigen Lautsprechers von Elixir Loudspeakers eine neue Spiritualität im deutschen Lautsprecherbau an? Wie oft sollten High-Ender schon seismographische Momentaufnahmen in und bei Vorführungen erleben, bei denen die Hersteller mit blumigen Worten von der Sehnsucht nach dem absoluten Klang in der Wiedergabe seitens ihrer passiven Lautsprecher gesprochen hatten – und wie oft war es in der Praxis lediglich das folgende kalte Erwachen aus einem trügerischen Traum...?

Immer anders

Das immer in Corian ausgeführte, optisch diesmal ganz absichtlich als betonorientierte „graue Maus“ gestaltete Gehäuse verleiht der Elixir Lancelot ein stark in Richtung des üblicherweise ästhetisch motivierten und meist farbsensiblen Freiberuflergeschmacks gehendes Aussehen. Die 200 kg Gewicht pro Stück (!) sieht man ihr mit einem Gehäusemaß von 131 cm Höhe (inkl. Soundcare Superspikes vom Typ Jupiter), 33 cm Breite und 49 cm in der Tiefe nun wirklich nicht an. Bis zu drei Zentimeter dicke Wände sorgen unsichtbar für dieses beachtliche Gewicht. Der Lautsprecher steht zudem auf einem 7 cm hohen Sockel – in diesem befinden sich vier Schwerlastrollen, somit ist die Aufstellung unkritisch. Eingewinkelt auf den Hörplatz spielen die Lancelot bestens und erzeugen ein Klangbild, welches losgelöst von den Lautsprechern felsenfest im Raum steht. Die Ausstattung mit den höchstwertigen Accutonchassis deutet sichtbar auf den Anspruch von Elixir hin. Bekanntermaßen sind diese Chassis gnadenlos in ihrer Klangentfaltung und immer dann, wenn ein Lautsprecherhersteller diese Chassis verwendet und es im Ergebnis nicht absolut offen/frei und harmonisch klingt, hat er es de facto einfach nicht geschafft, seine Konstruktion über alles optimal abzustimmen. Das gibt es in der HiFi-Szene tatsächlich: Hersteller, die bei Accuton die Abstimmung ihrer Weiche vollziehen lassen, es natürlich nie zugeben würden... Bei Elixir-Loudspeakers passiert so etwas nicht. Hier hat man die hohen Anforderungen der Accutonchassis erkannt und handelt entsprechend konsequent.

 

Schonungslos kommen Bauteile zum Einsatz, die u.a. für Elixir speziell nach deren Vorgaben gefertigt werden. Exemplarisch nennen wir an dieser Stelle die von Intertechnik für Elixir gefertigten 10 µF-Kondensatoren (das sind die „Kameraden“ – vergleichbar mit dem Format einer Sauerkrautkonservendose – im Vergleichsbild mit den Getränkedosen liegt ein üblicherweise verwendeter Typ als Anhalt davor). Insgesamt finden sich pro Weiche 8 Stück dieser aus Vollkupfer handgefertigten Kondensatoren, deren Vergußvorgang allein schon über mehrere Stunden andauert. Die Spulen stammen von Tritec; bevor die Weichen verbaut werden, kommen sie final zur Reinigung in ein Ultraschallbad. Danach werden sie auf Gummipuffern gelagert und mit selbstsichernden Muttern im Gehäuse verbaut. So eine penible Verarbeitung habe ich – ehrlich gesagt – noch nicht erlebt. Aber Stefan Weber und Wolfgang Gehbauer verfolgen mit Elixir-Loudspeakers ihr ganz eigenes, gnadenlos auf Qualität ausgerichtetes Konzept – welches aufgeht. So dient die kleinere Elixir Merlin (siehe HS 33) bereits als ultimativer Referenzmonitor in einem renommierten Tonstudio, dessen Zeit zum Mischen aufgrund der schlackenfreien Wiedergabequalität mit diesem Lautsprecher erheblich reduziert wird.

weiterlesen > Download Artikel aus HiFi-Stars 36, September 2017

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